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Restaurierung eines Mercedes-Benz 280 SE Coupé (W111), Baujahr 1969

Im Juli 2009 entstand bei einem Besuch die Idee, das bestehende Fahrzeug nach Ablauf der Leasingzeit nicht durch einen Neuwagenkauf sondern durch einen restaurierten Klassiker zu ersetzen.

Schon lange war ein Coupé der 60er-Jahre Mercedes S-Klasse in der engeren Wahl. Ein SL kam deshalb nicht in Frage, weil dessen Nutzwert als gepflegter Alltags-Klassiker zu gering erschien.

Alternativen wären unter anderem BMW aus dieser Zeit, Mercedes-Limousinen (Heckflossen W110) sowie die Mercedes-Pontons gewesen. Sehr repräsentativ wären auch der Typ 300 „Adenauer" oder der Typ 600 (W100), auf Grund der extrem hohen Preise auch während der Wirtschaftskrise 2009 schieden diese aber bald aus.

Mercedes-Benz W111 280SE Coupé Hochkühler Baujahr 1969 Restauration

Überlegungen zum idealen Modell

Die Baureihen W111 und W112 (hier werden nur die Coupé-Varianten betrachtet) erschienen 1961 und wurden bis 1969 beziehungsweise als Flachkühler bis 1971 gebaut.

Frühe Modelle sind entweder 220SEb (W111, 120PS) oder 300SE (W112, 160PS). Die 300er gelten leider als eher komplexe und anfällige Fahrzeuge, weshalb der 300er zwar zwischendurch ernsthaft in Betracht gezogen, dann aber doch als zu riskant aussortiert wurde.

Nachteile der 220SEb sind die recht geringe Leistung von nur 120PS, was eine Automatikversion selbst als Liebhaberfahrzeug behäbig erscheinen lässt, sowie die nur 2 Scheibenbremsen.

Nachfolger des 220SEb war der 250SE mit dann 136PS (USA) bzw. 150PS (Europa). Diese Modellvariante ist deutlich seltener als der 220SE, gleichzeitig hat der 250er 4 Scheibenbremsen und mehr Leistung. Ein Modell, das als interessant eingestuft wurde. Hier ist auch die Wertsteigerung geringfügig besser als beim 220SEb.

Nachfolger des 250SE wiederum war der 280SE ab 1967. Der 280SE hat 160PS Leistung und löste neben dem 250SE auch den 300SE (W112) ab. Gebaut wurde der 280SE zwischen 1967 und 1969 als „Hochkühler", danach noch bis 1971 als „Flachkühler". Die Stückzahl ist geringer als bei den 220SEb und 250SE, die Ausstattung besser, der Verbrauch geringer. Und es handelt sich um die letzte Variante der Baureihe, in die somit viele Detailverbesserungen eingeflossen sein sollten. Der 280SE war definitiv eines der bevorzugten Modelle für die Suche.

Ab Ende 1969 gab es neben dem „normalen" 280SE (E28 Reihen-Sechszylinder) auch den „280SE 3.5", einen V8 mit 3,5L Hubraum und 200PS. Dieses Modell ist das meistgesuchte der gesamten Baureihe. Dadurch leider aber auch extrem teuer – selbst im Zustand „5" (also Schrott). Gleichzeitig ist die Mehrleistung gegenüber dem 2,8L-R6 mit 40 PS nicht so überwältigend, dass der 6-Zylinder durch die Existenz des V8 uninteressant würde. Leider gilt der V8 auch als extrem durstig, unter 20L Super/100km ist das Fahrzeug angeblich nicht zu bewegen. Das könnte den Spaß an dem Auto längerfristig trüben.

Als ideale Modelle kristallisierten sich also heraus:

  • 250SE
  • 280SE

Hochkühler oder Flachkühler

Ende 1969 bekam die Baureihe W111 mit Erscheinen des 280SE 3.5 ein Facelift. Hauptmerkmale waren der flachere und breitere Kühler (daher „Flachkühler") sowie größere Rückleuchten mit nun gelben Blinkern (anstatt rot) und gummierte Stoßfänger.

Die Flachkühler gelten allgemein als sehr gesucht, weil nur hier die Top-Motorisierung mit V8 zu bekommen war.

Da allerdings der V8 nicht in der engeren Wahl war und die Hochkühler optisch eleganter (und 60er-Jahre-mäßiger) wirken, war die Präferenz ein Hochkühler im Originalzustand.

Überlegungen zum geeigneten Zustand

Von Anfang an stand fest, dass wir ein Fahrzeug kaufen wollten, das sehr viel Restaurationsarbeit erfordert und dadurch im Einkauf sehr günstig sein sollte.

Gleichzeitig sind die Fahrzeuge vergleichsweise selten (in 11 Jahren wurden insgesamt nur gut 21.000 Fahrzeuge gebaut), somit Ersatzteile teils sehr teuer. Wichtig war also, ein komplettes Auto zu finden, dessen Zustand „altersentsprechend" war.

Aus dem gleichen Grund kamen auch nur originale Autos in Frage. Leider zeigt sich sehr oft, dass die Fahrzeuge im Laufe der Jahrzehnte kaputt-verschönert wurden. Ganz vorn auf der Liste stehen falsche Stoßfänger von den W111-Limousinen oder den W108-Limousinen oder die der Flachkühler am Hochkühler. Ebenso wurde – vor allem bei USA-Fahrzeugen – oft die Lederausstattung durch billiges Kunstleder ersetzt, die Leuchten verändert oder Motoren aus den Limousinen verbaut.

Es zeigte sich leider schnell, dass nicht alles Gold ist, was glänzt...

Nach langer Suche endlich ein passendes Fahrzeug gefunden

Nach längerer Suche stießen wir auf einen Mercedes-Benz 280SE Coupé Hochkühler aus Schweden. Laut Anbieter ein Auto aus einem Nachlass in Schweden, das seit 1996 in einer Garage vor sich hin schlummerte. Dunkelgrün, mit Automatik und elektrischem Schiebedach. Sehr schöne Innenausstattung laut Bildern, immer in Schweden gelaufen, bis auf festgefressene Bremsen durch die Standzeit fahrbereit. Ich habe den Verkäufer kontaktiert und sollte am nächsten Tag weitere Bilder bekommen.

Dieses Fahrzeug haben wir Ende August 2009 laut Beschreibung und Bildern erworben. Wenige Tage später wurde es in Schweden abgeholt und in eine Werkstatt überführt.

Mercedes-Benz W111 280SE Coupé Hochkühler Baujahr 1969 Restauration

Das Fahrzeug im Originalzustand. Massive Lackprobleme sind auf Anhieb erkennbar.

Mercedes-Benz W111 280SE Coupé Hochkühler Baujahr 1969 Restauration Interieur

Das Interieur sieht auf diesen Bildern noch gut aus.

Mercedes-Benz W111 280SE Coupé Hochkühler Baujahr 1969 Restauration

Der Innenraum.

 

Mercedes-Benz W111 280SE Coupé Hochkühler Baujahr 1969 Restauration

Die Beifahrerseite des W111 Coupé.

Mercedes-Benz W111 280SE Coupé Hochkühler Baujahr 1969 Restauration

Am Heck sind unter dem Typenschild umfangreiche Rostspuren erkennbar.

Hier wird es in Kürze einen Projektbericht über die Voll-Restaurierung eines Mercedes-Benz 280 SE Coupé (W111), Baujahr 1969, geben.

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