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Der Renault Fuego

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Im Februar 1980 steht auf dem Genfer Salon der heiß erwartete Nachfolger von Renault 15 und 17. Der französische Hersteller bricht für den Coupé-Neuling mit einer Tradition und vergibt erstmals seit den Tagen der legendären Dauphine wieder einen Namen statt einer Ziffer: „Fuego", auf Deutsch „Feuer". Der Zeitpunkt für das Debüt ist gut gewählt: Renault hat 1978 erstmals das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewonnen, gefolgt vom ersten Formel-1-Sieg 1979. Ein sportlicher Imageträger für die Straße kommt dem Unternehmen da gerade recht.

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Keil mit großer Glasklappe

Das Design im Stil eines abgerundeten Keils stammt aus der Feder des neuen Renault Designdirektors Robert Opron und zeugt von intensiver Windkanalarbeit. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von cW 0,34 zählt der Fuego Anfang der 1980er-Jahre zu den windschnittigsten Modellen auf dem Markt. Die komplett verglaste Heckklappe sieht nicht nur futuristisch aus, sondern bietet auch handfeste Vorteile bei Rundumsicht und Ladefreundlichkeit.

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Auch der vollständige Verzicht auf Chrom ist topmodern. Stattdessen betont ein breites Kunststoffband auf Seitenfensterhöhe die Keilform. Die Stoßfänger und Scheibeneinfassungen präsentieren sich ebenfalls nüchtern-sachlich in Schwarz.

„Goldenes Lenkrad" für durchdachtes Konzept

Trotz des sportlichen Anspruchs kommen im Fuego auch die praktischen Seiten nicht zu kurz: In dem 4,358 Meter langen Renault Coupé finden vier Erwachsene bequem Platz. Das Gepäckabteil fasst 338 Liter. Bei vorgeklappten Rücksitzlehnen – damals bei weitem noch kein selbstverständliches Detail – steigt das Ladevolumen auf beeindruckende 781 Liter. Der Mix aus Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit sorgt dafür, dass der Fuego 1980 von der Wochenzeitung „Bild am Sonntag" als erstes Renault Modell überhaupt das „Goldene Lenkrad" erhält.

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Sportliche Vierzylinder

Die Fuego-Plattform stammt vom Renault 18, und auch der 1,4-Liter-Einstiegsmotor mit 47 kW/64 PS ist aus der Familienlimousine bekannt. In Deutschland startet der Fuego in der Ausstattungsvariante GTS mit 1,6 Liter Hubraum und 71 kW/96 PS Leistung. Derart motorisiert, fährt der schnittige Zweitürer 180 km/h schnell. Fuego TX und GTX legen bei Hubraum, Leistung und Topspeed noch eins drauf: 2,0 Liter, 81 kW/110 PS und 190 km/h lauten die Eckdaten der beiden Varianten mit dem modernen Aluminiummotor aus dem Renault 20.

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Topaggregat mit Turbo-Power

Noch besser kann es ab 1983 der Fuego Turbo. Sein aufgeladener 1,6-Liter-Vierzylinder mobilisiert 97 kW/132 PS und lässt den Zweitürer bei Bedarf in 9,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h spurten. Mit 198 km/h Höchstgeschwindigkeit kratzt das erste Renault Serienmodell mit Turboaufladung an der prestige-trächtigen 200-km/h-Grenze. Mit 8,2 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer im Drittelmix liegt der Kraftstoffkonsum auf vergleichbarem Niveau wie beim 2,0-Liter-Saugmotor (8,0 l/100 km). Damit erweist sich der kraftvolle Turbo als Vorläufer moderner Downsizing-Motoren mit kleinerem Hubraum, höherer Leistung und weniger Verbrauch.

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Für präzise Verzögerung sorgen beim Topmodell der Fuego-Reihe standfeste Scheibenbremsen vorn und hinten. Die vorderen Bremsscheiben sind zur besseren Wärmeableitung innenbelüftet.

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Mit dem Fuego Turbo Diesel hat Renault 1982 auf einigen Märkten zudem erstmals die Kombination Coupé plus Dieselmotor eingeführt. Damit ist das Unternehmen erneut Vorreiter und dem Wettbewerb weit voraus. Für dynamischen Vortrieb sorgt ein aufgeladener Selbstzünder mit 2,1 Liter Hubraum und 65 kW/88 PS Leistung. Er beschleunigt den Fuego auf bis zu 175 km/h. In Deutschland ist die an dem markanten Motorhaubenhöcker erkennbare Modellvariante nicht im Angebot.

Erfolg in Europa und in Übersee

Der Fuego erweist sich vom Start weg als Verkaufserfolg. Im Premierenjahr 1980 setzt Renault allein in Frankreich über 38.000 Fahrzeuge ab. In Großbritannien ist das Renault Modell 1981 und 1982 trotz starker Konkurrenz von Ford Capri und Opel Manta das meistverkaufte Coupé.

Außerhalb Europas feiert Renault mit dem Fuego besonders in Argentinien Erfolge, wo das Unternehmen 1984 am Standort Córdoba auch die Fertigung des sportlichen Zweitürers startet. Hier dominiert das Modell von 1986 bis zum Rückzug 1992 mit dem auf 176 kW/240 PS leistungsgesteigerten 2,0-Liter-Saugmotor auch die nationale „TC 2000" Tourenwagenserie. Ansonsten unterscheidet sich das Motorenprogramm ebenfalls deutlich vom europäischen Angebot. Unter anderem bietet Renault Argentinien den Fuego mit zwei 76 kW/103 PS sowie 97 kW/132 PS starken Leistungsstufen des 2,0-Liter-Aggregats sowie mit einer 67 kW/91 PS leistenden 2,2-Liter-Maschine an.

Baustopp nach 256.257 Exemplaren

Im Renault Stammwerk Billancourt läuft die Fertigung des Fuego 1986 aus. Ein Jahr später stoppt auch im spanischen Valladolid das Band. Im argentinischen Córdoba bleibt das Modell noch bis 1992 in Produktion. Insgesamt werden 256.257 Fuego gebaut. In Europa wird es neun Jahre dauern, bis mit dem Mégane Coach wieder ein sportliches Coupé mit dem Rhombus auf der Motorhaube erscheint.

Quelle: Renault

 

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