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BMW Neue Klasse - das Modell BMW 2000

Bereits weniger als vier Jahre nach Produktionsbeginn feierte die Belegschaft am 18. August 1965 den 100000 Wagen der Neuen Klasse, da holte BMW den letzten Pfeil aus dem Köcher: Den Zweiliter.

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BMW 2000 C / CS

Ab Ende Januar 1966 ging das neue Topmodell in Serienproduktion, 100 PS stark, knapp 170 km/h schnell und 11260 Mark teuer. Optisch grenzte sich der BMW 2000 durch sein neues Gesicht mit Rechteck- statt Rundscheinwerfern ab. Eine rings um die Motorhaube und in die Gürtellinie einlaufende Intarsien-Zierleiste betonte die neue Frontpartie. Das ebenfalls neu gestaltete Heck wirkte durch die großflächigen Heckleuchten mit vier Leuchtkammern besonders breit und übersichtlich. Die Mittelsäule trug eine verchromte Blende und unterstrich damit die noble Eleganz des Zweiliter. Auch im Innenraum bot die viertürige Limousine mit ihrem holzfurnierten Armaturenbrett noch mehr Komfortdetails. Der Motor war eine Weiterentwicklung des 1800ers mit einer neuen Brennraumgeometrie, der aus der Wirbelwanne entstandenen „Kugel-Wirbelwanne". Die fünffach gelagerte Kurbelwelle wies acht statt vier Gegengewichte auf und zeichnete sich deshalb durch herausragende Lauf- und Schwingungseigenschaften aus.

Doch der BMW 2000 unterschied sich von den hubraumkleineren Modellen in mehr als nur der Motorisierung.

Die mit dem 1800 TI aus dem Rennsport gezogenen Erfahrungen führten auch zu einer umfangreichen Optimierung des Fahrwerks. In den verstärkten Achszapfen und in der verstärkten vorderen Lagerung zeichneten sich die Erfahrungen des Renneinsatzes ab, während die näher zur Radmitte versetzten hinteren Federn, die veränderte Gummilagerung des Hinterachsträgers und die neue Stoßdämpferabstimmung der Komfortverbesserung diente.

Aufgrund der positiven Erfahrung, die BMW mit den Varianten des 1800 gemacht hatte, stand der neuen Reiselimousine von Anfang an auch gleich eine sportlichere Version zur Seite, der 2000 TI. Bei ihm ersetzten zwei Doppelvergaser den Vierfachvergaser des 2000 zudem stieg die Verdichtung von 8,5 auf 9,3. Das Ergebnis waren 20 PS mehr, die dem 2000 TI immerhin eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h ermöglichte. Bei ihm kultivierte BMW einmal mehr das Understatement und lieferte ihn zunächst im Karosseriedesign des 1800 aus. Lediglich die Typbezeichnung in der Frontmaske und auf dem Heckdeckel wies auf das nunmehr stärkste und mit 11750 DM auch teuerste Straßenmodell der Neuen Klasse hin.

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BMW 2000

Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Kunden zwar die Mehrleistung des 2000 TI goutierten, den Komfort und den repräsentativeren Auftritt des Zweiliter-Grundmodells nicht missen mochte. BMW reagierte schnell und stellte bereits im Juli 1966 den 2000 tilux vor, erstmals mit einem Schriftzug in Kleinbuchstaben. Für genau einen Tausender mehr als der 2000 TI konnte der Kunde nun beides haben: Sportliche Touring International-Leistung und Luxus, zusammengefasst in der Modellbezeichnung.

1969: Die letzte große Modellpflege.

Dieses Rezept erwies sich als das erfolgreichere und deshalb lief der 2000 TI im Jahr 1968 aus. In diesem Jahr debütierten die neuen Sechszylinder-Limousinen 2500 und 2800, die die Neue Klasse jetzt von oben in die Zange nahmen, während die überaus erfolgreiche zweitürigen 02-Serie von unten drückte.

Um die Viertürer für die noch verbleibende Produktionszeit weiter attraktiv zu halten, ließ BMW ihnen 1969 nochmals eine größere Modellpflege angedeihen.

Die größten Änderungen betrafen den BMW 1800. Schon die äußerlichen Korrekturen machten ihn auf den ersten Blick als Modell 1969 erkennbar. Der Grill war umgestaltet, mit leicht vorgezogener Niere. Der Innenraum war komplett überarbeitet und auf die verschärften amerikanischen Sicherheitsbestimmungen abgestimmt worden. Dazu zählte beispielsweise ein neues vertieftes Dreispeichen-Lenkrad mit großer Prallplatte und Bedienknöpfe aus elastischem Material, die jetzt in einer vertieften Leiste im Armaturenbrett saßen. Auch sämtliche anderen Hebel, Knöpfe, Kurbeln, Griffe sowie die Armstützen bestanden nun aus nachgiebigem Werkstoff. Der Instrumententräger war ebenfalls wie die Armaturentafel gepolstert.

Unter der Fronthaube saß ein neuer Motor, der auf dem Motorblock des BMW 2000 basierte. Mit dessen Kolben ergaben sich bei 71 Millimeter Hub rund 1,8 Liter Hubraum, aus denen der 1800er unverändert 90 PS Leistung entwickelte. Der extreme Kurzhuber glänzte durch hohe Laufruhe und mehr Leistung im höheren Drehzahlbereich. Für noch mehr aktive Sicherheit sorgte die neue Zweikreis-Bremsanlage mit Bremskraftverstärker. Auch die Zweiliter-Modelle 2000 und 2000 tilux bekamen die neue Sicherheits-Innenausstattung und die verbesserte Bremse.

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BMW 2000

 

Rare Krönung zum Abschluss: Der BMW 2000 tii mit Einspritzmotor.

Die zukunftsweisendste Technik hatte freilich ab 1969 das neue Spitzenmodell der Neuen Klasse aufzuweisen, der BMW 2000 tii. Das zweite i stand für Injection und signalisierte der Umwelt, dass hier mit 130 PS der leistungsstärkste Viertürer der BMW Mittelklasse daherkam. Das Triebwerk saß in einer gegenüber dem tilux unveränderten Karosserie, auch das Fahrwerk war mit dem Schwestermodell identisch.

Die Kugelfischer-Saugrohr-Benzineinspritzung war bei BMW seit Jahren im sportlichen Einsatz mit Leistungen bis zu 205 PS erfolgreich erprobt worden, sodass es nahe lag, dieses System auch für die schrittweise Leistungssteigerung der serienmäßigen sportlichen BMW Limousine zu verwenden. Getreu dem BMW Prinzip des kontrollierten Fortschrittes wurde die Leistung des Zweiliter-Motors von 120 PS bei 5500 U/min auf 130 PS bei 5800 U/min angehoben. Dabei erstreckt sich der Leistungszuwachs über den gesamten Drehzahlbereich. Helfer bei dieser Leistungssteigerung war die Anhebung des Verdichtungsverhältnisses von 9,3 auf 10 - eine Maßnahme, die durch die bessere Kraftstoff-Verteilung ohne Sorge vor erhöhter Klopfneigung durchgeführt werden konnte. Der spezifische Kraftstoffverbrauch lag über dem gesamten Drehzahlbereich rund fünf bis acht Prozent niedriger als bei dem an sich schon sparsamen Viervergaser-Motor. Die Höchstgeschwindigkeit stieg von 180 km/h auf 185 km/h und von 0 - 100 km/h brauchte man mit 10,4 Sekunden eine halbe Sekunde weniger als bisher. Was das Fahren mit diesem BMW 2000 tii aber so besonders erfreulich machte, war das verzögerungsfreie Gasannehmen - der Wagen hing wie kein zweiter am Gaspedal.

14290 Mark waren ein stolzer Preis für das neue Topmodell, das heute mit weniger als 2000 gebauten Exemplaren zu den gesuchtesten Raritäten der Neuen Klasse gehört. Drei Jahre Laufzeit waren ihr noch vergönnt, dann endete nach 350.729 gebauten Fahrzeugen die Ära einer Fahrzeuggeneration, die BMW zu dem gemacht hat, was es heute ist.

 

Erfahren Sie mehr über BMW Neue Klasse:

über die Anfänge von BMW Neue Klasse: BMW Neue Klasse: die Weltpremiere des BMW 1500,

über die Entwicklungsgeschichte BMW Neue Klasse: die Entwicklungsgeschichte,

über das Folgemodell 1800 BMW Neue Klasse: das Modell 1800,

über die Rennsporterfolge des BMW 1800 BMW Neue Klasse: die Rennsporterfolge,

sowie das Zielpublikum der Neuen Klasse von BMW BMW Neue Klasse: die Zielgruppe.

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