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BMW Neue Klasse - Die heiße Version für Profis: Der BMW 1800 TISA.

 

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Von Anfang an erfreute sich BMW Neue Klasse an großer Popularität bei einem breiten Zielpublikum. Die Neuartigkeit dieser Fahrzeuge stellte zweifelsohne eine goße Anziehungskraft dar. Jedoch sorgte die Sportlichkeit, die ungewöhnliche Agilität und Schnelligkeit der Neuen Klasse für das berümte i-Tüpfelchen bei den Fans. 

Doch damit nicht genug: „Wer von sportlichem Lorbeer träumt und sich an Rennen oder Rallyes beteiligen will, kann den 1800 TI in einer noch heißeren Version erhalten," lockte BMW. Diese „Sonderausführung für Wettbewerbe" bot Schalensitze für Fahrer und Beifahrer, härtere Vorderfedern, die den Wagen um sechs Millimeter tiefer legten und härtere oder verstellbare Stoßdämpfer.

Zur Wahl standen ein Viergang-Getriebe mit Sportübersetzung oder ein Fünfgang-Getriebe sowie vier verschiedene Hinterachsübersetzungen. Ein Sperrdifferenzial war ebenso im Lieferumfang wie Rennbeläge und Zusatzkühlung für die Scheibenbremse ein Kraftstoffbehälter mit 105 Liter Inhalt nebst elektrischer Kraftstoffpumpe. Das motorsportliche Doping machte auch vor dem Motor nicht halt: Speziell geformte Vierringkolben erhöhten die Verdichtung auf 10,2, eine Nockenwelle mit längeren und höheren Nocken bearbeitete vergrößerte Einlassventile mit härteren Ventilfedern. Für einen zusätzlichen Ölkühler wurde bereits ein Anschluss vorgesehen. Seine Abgase entließ der solchermaßen auf rund 130 PS erstarkte Motor durch eine Sport-Auspuffanlage. Aus Homologationsgründen legte BMW 1965 eine auf 200 Exemplare limitierte Kleinserie des 1800 TI in weiterentwickelter Motorsport-Version auf und nannte sie 1800 TISA, wobei die beiden letzten Buchstaben für „Sonderausführung" standen. Der 13500 Mark teure Wagen wurde ausschließlich an lizenzierte Renn- und Sportfahrer in Europa und den USA verkauft und rannte je nach Übersetzung bis zu 192 km/h schnell.

Die Fertigung des BMW 1800 begann im November 1963, während der BMW 1800 TI erst im Frühjahr 1964 in Serie ging. BMW konnte gar nicht so viele Modelle der Neuen Klasse liefern, wie gewünscht wurden. Die Produktion der großen Limousinen wurde 1963 eingestellt, von den Achtzylindern blieb einzig der 3200 CS übrig. „Zu diesem Entschluss zwang uns die Notwendigkeit, alle verfügbaren Fabrikationsflächen für die Mittelwagenproduktion freizumachen", hieß es dazu im Geschäftsbericht zum Jahr 1963. „Der Export nach Übersee musste eingeschränkt werden, da wir unsere Exportquote wegen der durch den Arbeitskräftemangel begrenzten Produktionskapazität nach wie vor drosselten. Die Gesamtexportquote betrug 32,5 %." Weitaus schneller als die stückzahlmäßige Produktion stieg auf Grund der Verlagerung zum Mittelklassewagen der wertmäßige Umsatz: Gegenüber 1962 explodiert der BMW Umsatz um 47 Prozent auf 433 Millionen Mark. Die Neue Klasse hatte daran bereits einen Anteil von 46 Prozent.

Motorsport-Ikonen der 60er Jahre: 1800 TI und 2000 TI

Während der BMW 1800 im Handumdrehen zum Erfolgsmodell im Verkauf avancierte, sammelte der 1800 TI in der Rennsportausführung reihenweise sportliche Lorbeeren ein. Seine Erfolge sind untrennbar mit einem Namen verbunden: Hubert Hahne. Bereits im ersten Jahr 1964 dominierte er mit dem neuen BMW Tourenwagen die Konkurrenz nach Belieben. Hahne siegte 14-mal in 16 Rennen und wurde deutscher Rundstreckenmeister. Auch auf Langstreckenrennen und in der Tourenwagen-Europameisterschaft wurde das Duo Hahne/BMW zum Maßstab. Beim 12 Stunden-Rennen für Tourenwagen auf dem Nürburgring fuhr Hahne 1964 beispielsweise den Gesamtsieg heraus. Als schnellste Runde wurden ungeschlagene 126,6 km/h gestoppt, sein Gesamtdurchschnitt lag bei 120,9 km/h. Doch die besten Jahre sollten erst noch kommen: Am 6. August 1966 umrundete Hahne in einem Rahmenrennen zum Großen Preis von Deutschland mit dem hubraumstärkeren BMW 2000 Ti als erster in einem Tourenwagen die Nürburgring-Nordschleife in weniger als zehn Minuten. Nach exakt 9:58 Minuten blieb damals die Stoppuhr stehen, die Sensation war perfekt. Außerdem gewann er 1966 zusammen mit Jacky Ickx das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps, im englischen Snetterton kamen sie auf den zweiten Platz.

P90074538 highRes  BMW 1800 beim 24-Stunden-Rennen im belgischen Spa Francorchamps 1966 - Boxenstopp

Im Jahr darauf gewann Helmut Bein auf BMW 1600 acht von zehn Läufen zur Deutschen Automobil-Rallyemeisterschaft und wurde damit Meister aller Klassen. Die Rallye Monte Carlo 1968 beendeten Bachmann/Strunz auf dem 2000 TI als Sieger in der Klasse Serientourenwagen bis zwei Liter. Der Vierzylindermotor der Neuen Klasse erwies sich nicht nur in den Tourenwagen als Meistermacher. Zunächst sorgte er auch in den Formel 2-Rennwagen von Lola für Erfolge. An den leistungsstarken BMW Motoren kam in den Folgejahren kaum ein Team vorbei. Zahllose BMW Siege und Europameisterschaften bestimmten die Szene.

P90074539 highRes BMW 2000 TI auf dem Nürburgring 1966

Die größte Stunde des Vierzylinders schlug freilich über 20 Jahre nach seinem Produktionsbeginn Anfang der 1980er Jahre: Gebrauchte Motorblöcke lieferten die Basis für den 1,5-Liter Turbomotor, dem das Spezialistenteam um „Motorenpapst" Paul Rosche sagenhafte 800 PS für den Einsatz in der Formel 1 entlockte. 1983 folgte der Triumph: Nur 630 Tage nach der Premiere errang der Brasilianer Nelson Piquet auf Brabham BMW die Weltmeisterschaft.

 

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über die Entwicklungsgeschichte BMW Neue Klasse: die Entwicklungsgeschichte,

über das Modell BMW 1800 BMW Neue Klasse: das Modell 1800

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