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BMW 1800: von der neuen Klasse zur "Neuen Klasse"

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BMW 1500

Der BMW 1500 erfreute sich von Anfang an eine großer Beliebtheit. Flugs nannte die BMW Werbung den 1500 bereits 1962 die „neue Klasse", wobei das Wort „neue" zunächst kleingeschrieben war. Monate später ging man dazu über, die „NEUE KLASSE" in Großbuchstaben zu schreiben – und kreierte damit einen Eigennamen, der sich wenig später „Neue Klasse" las. BMW war selbstbewusst der Meinung, mit den sportlich ausgelegten Mittelklasse-Limousinen eine eigenständige und konkurrenzlose neue Klasse geschaffen zu haben.

Ein geschickter Marketing-Schachzug, denn ab Herbst 1963 wurde aus dem Einzelkind 1500 eine kleine Familie: Der BMW 1800 und der 1800 ti debütierten auf der IAA und machten aus dem Klassenprimus den Klassenkleinsten.

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BMW 1800

Das Konzept für den BMW 1800 war ein Beispiel für das Baukastensystem wie aus dem Lehrbuch: Mehr Hub und eine größere Bohrung bescherten dem Motor 1,8 Liter Hubraum und dementsprechend mit 90 PS mehr Leistung. Auch die Karosserie war praktisch unverändert, nur besser ausgestattet. Äußerlich unterschied sich der 1800 lediglich durch das andere Typenschild und zwei zusätzliche Chromleisten. Für 9985 DM, 500 Mark mehr als der 1500 kostete, bekam der Kunde ein Auto, das in 13,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h spurtete und 160 Kilometer in der Stunde schnell rennen konnte.

Das überragende Fahrwerk bedurfte keiner Änderung, es war von vornherein für wesentlich höhere Geschwindigkeiten ausgelegt worden. Lediglich der gummi-isoliert befestigte Hinterachsträger wurde durch zwei kurze Stützstreben noch fester an der Bodenpartie verankert - ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor, der gleichzeitig auch dem BMW 1500 zu Gute kam. Mit Rücksicht auf die höheren Fahrleistungen erhielt der 1800er einen Mastervac-Bremskraftverstärker, mit dem die Betätigungskräfte erheblich abgebaut wurden. Die Werbung brachte es auf den Punkt: „Der BMW 1800 hat 90 PS. Bei 120 km/h braucht er davon nur vierzig. Mit den restlichen 50 PS können Sie beschleunigen, überholen oder 160 fahren."

Weitgehend überarbeitet war die Ausstattung. Waren die Rücklehnen des 1500 verstellbar ausgebildet, so erhielt der große Bruder Liegesitzbeschläge. Die Sitz- und Seitenbezüge waren in den Farben auf die neuen Außenfarben abgestimmt und in Skaiflor und Stoff oder in reinem Skaiflor – einem Kunstleder - erhältlich. Zwei Taschen in den Rückenlehnen der Vordersitze nahmen Zeitungen, Karten und kleine Dinge für die Reise auf. Der Innenspiegel war abblendbar.

Für sportliche Fahrer: Der BMW 1800 TI.

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BMW 1800 TI beim 12-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 1964

Das Highlight der Modellneuheiten auf der IAA 1963 war freilich der neue BMW 1800 TI. Die beiden Buchstaben standen für Touring International und sollten zum Synonym für einen der schnellsten und erfolgreichsten Renntourenwagen der 60er Jahre werden. Der 10.960 Mark teure Straßen-1800 TI war „für einen internationalen Käuferkreis, der einen besonders schnellen Wagen mit luxuriöser Ausstattung bevorzugt." Für den sportlichsten Vertreter der Neuen Klasse wurde die Verdichtung des Motors auf 1:9,5 erhöht, zwei Solex Doppelvergaser, von einem riesigen Luftfilter in ihrer Atmung nicht behindert, sorgten für eine hervorragende Füllung. Größere Einlassventile und härtere Ventilfedern, eine Nockenwelle mit längeren Ventilzeiten und höheren Nocken trieben zusammen mit den anderen Maßnahmen die Leistung des 1,8 Liter auf jetzt 110 PS bei 5800/min. Für die gute Rückkühlung des Öles, sorgte die auf fünf Liter Inhalt vergrößerte und kräftig verrippte Leichtmetall-Ölwanne.

Ein eng gestuftes Sportgetriebe, dessen 1. und 4. Gang nur um 1:2,819 auseinander lagen, ermöglichte eine überaus sportliche Fahrweise. Auch die Lenkung war knapper übersetzt, um schnelle Wechselkurven noch exakter anpeilen zu können. Der vordere Drehstabstabilisator wurde durch einen weiteren Stabilisator für die Hinterräder unterstützt, die Feder selbst kürzer und durch härtere Stoßdämpfer im Zaum gehalten. Der 1800 TI hatte eine für die damalige Zeit berauschende Beschleunigung: Elf Sekunden nach dem Start strich die Tachonadel über die 100 in dem vorbildlich ablesbaren Rundinstrument und erst bei 170 km/h war Schluss mit der Beschleunigung.

Erfahren Sie mehr über BMW Neue Klasse:

über die Einführung des BMW 1500 BMW Neue Klasse: die Weltpremiere des BMW 1500,

über die Entwicklungsgeschichte BMW Neue Klasse: die Entwicklungsgeschichte,

über die Rennsporterfolge des BMW 1800 BMW Neue Klasse: die Rennsporterfolge,

über das Zielpublikum der Neuen Klasse von BMW BMW Neue Klasse: die Zielgruppe,

sowie das Endmodell BMW 2000 BMW Neue Klasse: das Modell 2000.

 

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